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Kleine Wölfe: „Krass, wie gut es mir eigentlich geht“

Am Montag, den 21.09.2026 war das Capitol-Kino von vorne bis hinten mit der Jahrgangsstufe 7 des Gutenberg-Gymnasiums gefüllt: Es gab für sie eine Sondervorstellung des Dokumentarfilms „Kleine Wölfe“. In dem Film begleitet der Dokumentarfilmer Justin Peach einen Tag lang eine Gruppe von Straßenkindern um den 10-jährigen Jungen Sonu, die „kleinen Wölfe“, in Kathmandu, Nepal. Ihr Leben auf der Straße ist bestimmt von Betteln, Kleberschnüffeln und der Suche nach Essen, kleinen Abenteuern und dem Versuch zu überleben. Sie rangeln miteinander, passen aufeinander auf und schlafen eng aneinandergeschmiegt unter einer Decke auf dem Bürgersteig, ähnlich wie ein Wolfsrudel.


Das Besondere an der Vorstellung im Capitol war, dass der Protagonist des Films von 2010, Sonu, erstmals persönlich zu Gast in Deutschland war. „Ich fand es sehr krass zu sehen, dass der Junge aus dem Film jetzt vor einem steht,“ meinte eine Schülerin. Sonu hat es tatsächlich geschafft, der Straße und den Drogen entkommen und ist jetzt selbst Vater einer Tochter, die so alt ist, wie er es im Film war. Das Schicksal der meisten seiner Freunde von damals verlief dagegen ganz anders und bewegte die Schülerinnen und Schüler sehr: „Ich finde es schrecklich, dass die meisten Freunde von Sonu tot oder im Gefängnis sind.“ Der Blick auf Sonus Leben veränderte bei vielen Schülerinnen und Schüler gleichzeitig den Blick auf ihr eigenes Leben: „Durch die Begegnung mit Sonu habe ich erkannt, dass ich viele Dinge in meinem Leben als selbstverständlich ansehe. Ich möchte dankbarer sein und anderen Menschen mehr helfen.“ Weitere Schülerinnen und Schüler hatten dazu gleich konkrete Ideen: „Eine Schulspende von uns nach Nepal schicken wäre ganz toll!!“ Wie schön, wenn aus diesem Gedanken im Klassenrat ein konkretes Projekt werden könnte! Das Interesse der Schülerinnen und Schüler an Sonus Leben war so groß, dass es ihnen mühelos gelang, ihre wichtigen Fragen fließend auf Englisch zu formulieren. Sehr beeindruckend!


Ein weiterer Gast im Kino war Maximilian Pollux vom Verein SichtWaisen. Auch er kam schon früh mit Drogen in Kontakt. Wie Sonu ist es auch ihm gelungen, sich aus der Abhängigkeit zu befreien. Heute arbeitet er mit Jugendlichen, denen seine Hilfe guttut. Im Kino hat er das Gespräch zwischen den Siebtklässlern des GG und Sonu moderiert und dabei viele neue Fans gewonnen.


Begleitet wurden unsere Schüler*innen von ihren Religions- und Ethiklehrkräften. Es war gut und wichtig, dass sie mit ihnen die bewegenden Eindrücke aus Sonus Leben nochmals aufgreifen und besprechen konnten.